Zeit kommt – Zeit geht….

Ja, man wird nicht jünger… Damals, als ich noch jung war, sind wir noch abends das Brültobel hinauf gespurtet, um zu später Stunde die Hundsteinhütte im Alpstein zu erreichen. Ein (hoffentlich) erlebnisreiches Kletterwochenende stand bevor.

In die Hundsteinhütte und die damaligen Hüttenwirte der Hundsteinhütte, Therese und Fredy, hatte ich mich etwas verliebt. So sehr, dass ich sogar damals die Sommerferien für Kost & Logi auf der Hundsteinhütte arbeitete. Getränkekisten hoch schleppen, Gäste bedienen, spülen, abtrocken, Bettenlager machen und mehr.

Sämtisersee
Der Abstieg geht vorbei am Sätmisersee

Mit dem Sohn der Hüttenwirte kletterte ich dann die „Direkte Südwand“ (6b), er mit Wespenstich und dicken Unterarmen und ich etwas gestresst davon, dass ich fast alles führen musste. Auch wenn die Hundsteinhütte nicht der ideale Ausgangspunkt war, nützte ich diesen auch für Klettertouren an den Kreuzbergen.

Mit meiner ersten Tochter waren wir auf dem Hundstein, als sie damals etwa sechs Monate alt war. Wir wanderten zum Ende des Fählensees und genossen dort den fantastischen Joghurt an der Alp.

Wenn ich damals fotografierte, dann vor allem um das Klettern festzuhalten. Natürlich begeisterte mich die Landschaft – doch ich vergaß diese auf Celloeid festzuhalten….

Alp Siegel

25 Jahre später – es ist einiges dazwischen passiert. Das Klettern hatte ich vor etwa 20 Jahren eingestellt. Der Grund waren gesundheitliche Probleme. Dazwischen eine schwere OP, danach die Hoffnung, doch wieder locker in die Berge steigen zu können. Und jetzt meldet sich die Hüfte – vielleicht ein Resultat des langen, extremen Bergsteigens. Doch ich wollte es noch einmal wissen, diese Ort sehen.

Der Fählensee ist für mich einer der schönsten Bergseen der Schweiz. Es gibt noch einen tollen Bergsee im Berner Oberland, den ich aber nie besucht habe. Am Ende des Fählensees liegt diese Fählenalp, mit dem fantastischen Joghurt (ob es den heute noch gibt?).

Um das steile Brültobel im Aufstieg zu sparen, sind wir mit der Seilbahn auf die Alp Siegel gefahren. Die damalige Hüttenwirtin der Hundsteinhütte, die Therese, ist auf der Alp Siegel aufgewachsen. Ein Blumenparadies. Gerade jetzt im Frühsommer. Es schmerzt, wenn man die kostbaren Höhenmeter, die man sich mit harten Franken erkauft hat, wieder verliert, um dann am Ende wieder Höhenmeter hinauf zu steigen, um schließlich das Bergrestaurant Bollewees zu erreichen.

Blick zurück - Stauberen, Kreuzberge

Dort liegt dann der Fählensee einem zu Füßen. Es war für die Fotografie nicht die ideale Zeit und ich hatte es mir auch erspart, das schwere Gitzo Stativ hier hinauf zu schleppen. Ein kleines Dreibein sollte es für eine Langzeitbelichtung tun.

Gerne würde ich hier noch einmal übernachten, um zur Dämmerung andere Bilder zu machen. Doch ich weiß nicht, ob ich das noch einmal schaffe. So ist das Leben eben…. Aber ich kann mich auch an Bildern freuen, die andere hier machen, solche, die noch „gut im Futter“ sind.

Fählensee

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