Photoshop Elements ausreichend?

 

Seit etwa 20 Jahren kenne und arbeite ich nun mit Adobe Photoshop. Vor gut einem Jahr wurde das Lizenzmodel von Adobe Photoshop umgestellt. Die Version 6.0 war die letzte Version, die man als „normale“ Software kaufen konnte. Laut Wikipedia war Photoshop im Jahr 2007 das Programm mit den meisten Schwarzkopien. Ebenfalls laut Wikipedia verwenden nach einer Umfrage etwa 58% der Anwender eine Raubkopie von Adobe Photoshop.

Verständlich, dass Adobe unter diesen Umständen Photoshop nur noch als Cloud Lösung anbietet. Was bedeutet das? Nun, der Anwender muss in regelmäßigen Abständen mit dem Internet verbunden sein. Über diesen Weg wird verifiziert, dass der Anwender eine gültige Lizenz von Adobe Photoshop hat. Die Lizenzkosten für diese Cloud-Lösung sind monatlich zu entrichten – natürlich kann man auch für ein Jahr im Voraus bezahlen. Wenn die Lizenz ausgelaufen ist (nicht mehr bezahlt wird) kann man das Programm nicht mehr starten.

Trotzdem – vielen „schmeckt“ diese Cloud-Lösung nicht und ist sie einfach zu teuer. Je nach Paket (Produkten die enthalten sind) bezahlt man etwa zwischen 11 und 30 Euro monatlich.

Da stellt sich die Frage, ob das „abgespeckte“ Photoshop – Photoshop Elements – nicht ausreichend ist.

Photoshop Elements Organizer
Der Photoshop Elements Organizer entspricht einer abgespeckten Bibliothek wie man sie aus Adobe Lightroom kennt

Gerade für meinen Workshop habe ich Photoshop Elements auf „Herz und Nieren“ geprüft. Und ich denke, für 90% der ambitionierten Hobby-Fotografen, die Photoshop verwenden, reicht Photoshop Elements vollkommen aus.

Wie im im großen Photoshop kann man in Photoshop Elements mit Ebenen und Ebenenmasken arbeiten. Die zur Verfügung stehenden Werkzeuge sind für die meisten Aufgaben ausreichen. Nur wer umfangreiche Composings macht, wird vielleicht das eine oder andere Werkzeug vermissen.

Photoshop Elements
Nur mit Photoshop Elements – etwa 10 Ebenen, Nik Color Efex und Ebenenmasken

Mit dem Plugin Elements XXL von Harald Heim können darüber hinaus viele Funktionen aus dem großen Photosop, die in Photoshop Elements deaktiviert sind, wieder aktiviert werden.

Außerdem kann man, wie im großen Photoshop, zusätzliche Filter wie die Nik Collection oder die Filter von Topaz Labs integrieren.

Was die Kosten betrifft: Photoshop Elements kostet ca. 80 Euro und das Plugin ElementsXXL etwa 40 Euro. Weitere Plugins, wie Nik Color Efex oder von Topaz Labs würde man ggf. für Adobe Photoshop genauso benötigen.

In meiner Tutorial Reihe auf Youtube bekommt ihr einen Eindruck davon, was mit Photoshop Elements möglich ist. Schaut auch mal bei meinen Workshops – da steht demnächst ein Workshop für Photoshop Elements an…

Was in Photoshop Elements nicht geht:

Gruppieren von Ebenen Nein. Eingeschränkt mit dem Plugin ElementsXXL
Pfade Nein. Eingeschränkt mit dem Plugin ElementsXXL
Gradationskurven Nein. Eingeschränkt mit dem Plugin ElementsXXL
Farbkanäle Nein

12 Gedanken zu “Photoshop Elements ausreichend?”

  1. Hallo Herr Blasche! Erstmals vielen Dank für Ihre Beiträge übers PE13 in Youtube ! Die haben mir, einem absoluten Neuling sowohl in Sache Fotografieren als auch in der Bildbearbeitung wirklich weitergeholfen! Ich habe mir inzwischen das PE13 gekauft und bin mir dem Programm sehr zufrieden. Nur eine Sache fehlt mir da: die CA, die ich reichlich auf meinen Fotos habe, kann ich mit dem PE13 leider nicht beseitigen. 🙁
    Deswegen suche ich nun nach einer Lösung: mit Lightroom 5, das ich getestet habe, lässt sich das Problem prima lösen und die Bedienung da gefällt mir sehr. Allerdings konnte ich da leider (wahrscheinlich wegen mangelhafter Erfahrung) nicht so gute Ergebnisse erzielen wie mit PE13 – und dabei meine ich nicht das Schaffen von Phantasiebildern, sondern einfach scharfe Fotos mit möglichst originalgetreuen Farben! Hiermit wäre die Anschaffung von Lghtroom nur wegen CA-Funktion vielleicht doch etwas übertrieben, oder?… Das ElementXXL muss auch in der Lage sein, die CA zu beseitigen, bietet aber viele Sachen an, die ich wahrscheinlich nie im meinem Leben nutzen werde… Mein Ziel ist das Maximum aus der Aufnahme zu holen, aber so, dass die Realität unverändert bleibt (mit anderen Worten, dass ein Laie gar nicht versteht, dass ich das Bild nachgearbeitet habe)!
    Abgesehen vom Preis, für was würden Sie sich an meiner Stelle entscheiden und warum? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

    • Hallo,
      Ja, das ist richtig, dass man weder mit Adobe Camera RAW noch mit PSE CA’s entfernen kann. Bei dem Ansatz würde ich Adobe Lightroom als Ergänzung zu PSE anschaffen. Ist ja auch nicht sooo teuer.
      Die Funktion CA’s entfernen in ElementsXXL habe ich noch nicht getestet. Adobe Lightroom bietet eben darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten der Objektivkorrektur oder Korrektur der Perspektive (Verzerrung). Außerdem hat man noch (besser als in Adobe PSE) die Möglichkeit die Bilder zu katalogisieren. Ich denke das sogar in 90% der Fälle Adobe Lightroom für die Entwicklung dann ausreicht und PSE nur für besondere Fälle benötigt wird.
      ich würde dann versuchen, mich in Adobe Lightroom zusätzlich einzuarbeiten. Vielleicht mache ich dazu auch noch bald eine Video-Reihe.
      LG Thomas

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort! 🙂
        Wenn ich mich nicht irre, korrigiert das Lightroom die Verzerrungen/Verzeichnungen automatisch, aber NUR wenn das Programm die Kamera und das Objektiv kennt. Ich habe die Kamera Panasonic Lumix DMC-G6 mit dem Panasonic Lumix G X Vario Standardzoom 12-35mm F2,8 Asph. Power O.I.S. Und die kennt das Lightroom 5 leider nicht… 🙁
        Im PE13 kann (und leider MUSS, denn selbst bei JPEG-Bildern tut das die kamerainterne Software, trotz den technischen Angaben, nicht) ich die Objektivfehler manuell korrigieren und dass klappt ziemlich gut!…
        Alle loben die Katalogisierung von Lightroom als das Beste was es momentan auf dem Markt gibt! Ich konnte da aber bisher keine Vorteile für mich entdecken, denn ohne Zugriff auf die Originalbilder auf einem externen Speicher konnte ich die Bilder nicht bearbeiten, auch wenn ich gelesen habe, das sei möglich (und das wäre wirklich bequem)!
        Und was ich noch nicht verstehen kann: alle schreiben, dass das Lightroom, im Gegensatz zum PE, nicht destruktiv arbeitet. Aber wenn ich mit dem PE13 ein Bild bearbeite und dann es unter einem anderen Namen als JPEG speichere (ohne die Änderungen in der RAW-Datei zu übernehmen), dann bleibt auch das Original auch im PE13 unangetastet, oder?

        • Wenn die Profile für deine Objektive nicht enthalten sind, kannst du sie auch selbst erstellen. Schaue mal in diesem Blog, da ist das ganz gut beschrieben: http://www.radeldudel.de/blog/1110/ObjektivProfilLightroom.html
          Ich weiß natürlich nicht, wie du deine Bilder organisierst. Ich habe einen Ordner für jedes Jahr und die Bilder kommen für jeden Aufnahmetag in einen Ordner (das macht Lightroom beim Import automatisch). Natürlich weiß ich ein oder zwei Jahre später nicht mehr, an welchem Tag ich ein Bild gemacht habe. Aber ich weiß genau, wo ich es gemacht habe. Deshalb bekommen alle meine Bilder Stichwörter. Wenn ich jetzt z.B. etwas zum Thema „Wasserfall“ schreiben möchte, habe ich mit einem Klick alle Bilder zu Wasserfällen. Das ist recht genial.
          Das mit dem Bearbeiten, ohne die Original-Daten gerade verfügbar zu haben, nennt sich Smart-Vorschau. Hier ist das beschrieben: https://helpx.adobe.com/de/lightroom/help/lightroom-smart-previews.html#main-pars_minitoc

          In Adobe Lightroom „entwickelt“ man die Bilder. Dabei kann der Ausschnitt gewählt, das Bild gedreht werden und man kann Farbkorrekturen vornehmen. M.E. sind auch selektive Korrekturen möglich mit einem Pinsel oder Verlaufsfilter. Alle diese Änderungen speichert Adobe LR in eine separate Datei bzw. in die Datenbank von Adobe LR. Das Original wird nicht verändert. Wie du schreibst, musst du bei Adobe PSE eine Kopie (zweite Datei) anlegen, um das Original zu erhalten. In Adobe LR hast du zudem die Möglichkeit, mehrere „virtuelle“ Kopien anzulegen. Dann kannst du unterschiedliche Entwicklungen (Anpassungen) auspropieren und vergleichen. Diese virtuellen Kopien kosten kaum Speicher da ja nur die Entwicklungseinstellungen gespeichert werden.
          Adobe PSE ist dann eigentlich nur noch Ergänzung für das, was Adobe LR nicht kann. Du kannst in Adobe LR nicht zwei unterschiedliche Bilder zu einem kombinieren (Ebenen, Masken), Du kannst keinen Text hinzufügen. Du kannst keine komplexen Retuschen machen. Also alles, was in Richtung Bildbearbeitung geht ist dann Thema für Adobe PSE.

          • Vielen Dank für die Antwort und ganz besonders für die Links! Was die Erstellung von eigenen Objektivprofilen fürs Lightroom angeht, sieht es (zumindest für mich) ziemlich umständlich aus. Ich habe mal gelesen, dass das Panasonic-RAW2-Format bereits die Daten für die Objektivkorrekturen beinhaltet und somit brauche ich kein neues Profil für meine Ausrüstung. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Als ich das Lightroom austestete, hatte ich noch kein Weitwinkel-Objektiv und entsprechend keine Verzerrungen zu korrigieren. Jetzt habe ich ein Objektiv, dass bei 12mm (=KB24mm) zumindest bei Architekturaufnahmen große Verzerrungen aufweist, aber die Testzeit fürs Lightroom ist leider schon vorbei!… 🙁
            Aber mit dem Smart-Vorschau muss ich beim Testen des Programms wirklich ein Bock geschossen und diese Funktion nicht aktiviert haben. Deswegen funktionierte das bei mir nicht!

            Den größten Vorteil von Lightroom sehe ich in der bequemer (intuitiver) Bedienung und der Möglichkeit, viel Informationen kompakt zu speichern. Was den Katalog angeht, so kann ich im PSE-Katalog auch den Bildern Stichworte, geographische Daten u.a. zuweisen um später die benötigten Bilder quasi mit einem Klick finden… Im Netz lese ich viele Kommentare von Menschen, die aufs Organiser von Lightroom schwören und sagen, das Katalogsystem vom PSE sei im Vergleich zu Lightroom nur ein Witz, aber ich persönlich konnte in Lightroom keine Optionen für die Kennzeichnung der Bilder finden, die das PSE nicht hat…

  2. Woher bekomme ich das plugin XXL? Ich habe das Formgitter in Elements gesucht, aber das gibt es da nicht, oder? Kann ich mit Elementes irgendwie Formen biegen? Ich bin kein Experte in dem Programm, aber irgendwie finde ich das nicht. Ich brauche so etwas wie ein Formgitter.

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