Flugreisen mit Kamera, Stativ und Drohne

Heute muss ich einmal einen Blog-Beitrag zum Thema „Flugreisen mit Kamera, Stativ und Drohne“ los werden… Immer wieder lese ich in Foren und Facebook-Gruppen haarsträubende Beiträge dazu. Die Beiträge zeugen davon, dass sich die Ersteller der Beiträge nicht wirklich umfassend mit dem Thema befasst haben. Und das ärgert mich massiv. Weil dadurch andere massiv in Schwierigkeiten geraten können und da hört der Spaß für mich auf.

Was ist das Problem

Tja, was ist eigentlich das Problem? Nun, seit den Ereignissen der Terroranschläge vom 11. September 2001 wurden die Fluggesellschaften und die IATA (International Air Transport Association) gedrängt/gezwungen weitere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um die Wiederholung solcher Anschläge zu verhindern.

Ich erinnere mich auch noch an meinen Flug nach Australien vor etwa 20 Jahren. Da waren noch Messer, Gabel, Löffel aus Metall im Flugzeug vollkommen normal. Heute undenkbar… Seit den Ereignissen des 11. Septembers wird alles in Frage gestellt, wie gefährlich es sein könnte.

Dabei kann auch manche Idee nach hinten los gehen. Bestes Beispiel dazu ist der Flug Germanwings-Flug 9525. Als Ergebnis der Anschläge von 11. September 2001 in USA wurde es allgemein eingeführt, dass das Cockpit des Flugzeugs nur erreichbar ist, wenn von einer Person im Cockpit die Tür geöffnet wird. Der offensichtlich psychisch kranke Co-Pilot Andreas Günter Lubitz brachte das Flugzeug bewusst zum Absturz. Alle Versuche zuvor die Türe zum Cockpit zu öffnen, bzw. ihn zum Öffnen der Türe zu bewegen, schlugen fehl. Als ich noch vor 25 Jahren in die Türkei geflogen bin, war das Cockpit nur durch einen Vorhang getrennt.

Egal wie, seit 9/11 sind auch die Bestimmungen, was in welchem Gepäck transportiert werden darf, sehr konkret und sehr hart. Diese Vorschriften haben nur indirekt etwas mit den Fluggesellschaften zu tun. Die Vorschriften werden von der IATA (International Air Transport Association) festgelegt. Darüber hinaus können Fluggesellschaften strengere Regeln (aber keine weicheren Regeln) aufstellen.

Stativ

Ein Stativ kann theoretisch als Schlagwaffe verwendet werden. Grundsätzlich entscheidet hier nicht die jeweilige Fluggesellschaft, ob das Stativ als Handgepäck mitgenommen werden darf. Die jeweiligen Sicherheitskontrollen am Flughafen entscheiden darüber, ob ein Gegenstand nun gefährlich ist oder nicht. Manche haben in Foren darüber berichtet, dass sie an der Sicherheitskontrolle keine Probleme mit dem Stativ hatten. Sicher kommt es auch auf Größe und Gewicht des Stativ an. Aber: wie vorher gesagt – grundsätzlich kann ein Stativ als Schlagwaffe wie ein Baseball-Schläger verwendet werden und aus diesem Grund als Handgepäck abgewiesen werden. Besonders doof ist es, wenn das erst an der Sicherheitskontrolle entschieden wird. Denn dann bedeutet es: Zusätzliche Kosten, da man zurück muss, um das Stativ als Einzelgepäck zu transportieren und ggf. das Risiko den Flieger zu verpassen.

Daher: Mein Fazit – Stativ in den Koffer und ihr habt keine Probleme…

Akkus

Als Batterien noch normale Batterien waren, waren Akkus bzw. Batterien kein Thema. Doch heute werden in den elektronischen Geräten wie Handy, Kamera, Drohne u.a. Lithium-Polymer-Akkumulatoren (kurz LiPo genannt) verwendet. Das sind Hochleistungs-Akkus die auch mal ungewollt in Brand geraten oder explodieren können. Extremes Beispiel dazu ist der Akku des Galaxy S7. Konstruktionsfehler der ersten Generation führten zu Überhitzung und Explosion des Akku. Auch von diversen E-Zigaretten sind solche Explosionen bekannt. Die Explosion eines Akku im Laderaum eines Flugzeugs wäre katastrophal, da die Crew hier überhaupt nichts unternehmen kann. Deshalb gehören LiPos unbedingt ins Handgepäck. An Bord hat die Crew einen Feuerlöscher und Decken und kann wenigstens reagieren, wenn ein LiPo selbständig explodiert.

Bezüglich der Mitnahme von LiPos im Handgepäck gibt es Vorschriften der IATA (International Transport Association). Hier sollte man immer wieder aktuell rein schauen bezügl. der aktuellen Vorschriften. Es macht auch Sinn, die aktuellen Vorschriften auszudrucken und mitzunehmen da die Sicherheitskontrollen diese manchmal selbst nicht im Detail kennen. Derzeit liegt z.B. die Grenze, die im Handgepäck transportiert werden darf, lt. IATA bei 160 Wh. Falls ihr nicht wisst, welche Leistung in Wh eure Akkus haben, könnt ihr dies mit den Parametern Spannung und Kapazität auf dieser Seite berechnen.

Gem. der oben verlinkten IATA Bestimmungen für den Transport gefährlicher Güter dürfen max. zwei Ersatz-Akkus für die DJI Phantom 4 pro und max. 15 tragbare elektronische Geräte mitgeführt werden. Die Akkus müssen einzeln gegen Kurzschluss gesichert sein. Dazu klebe ich ein Gafa-Tape über die Kontakte. Größere Akkus verpacke ich dann noch in einen Lipo-Save-Bag wie diesen (Amazon Link). Das ist zwar nicht vorgeschrieben, macht bei der Sicherheitskontrolle aber oft einen guten Eindruck (der Passagier denkt mit).

Drohne

Zuletzt zum Punkt, der sicher einen geringeren Anteil betrift: Wie sieht es aus mit der Drohne? Immer wieder lese ich, dass die Drohne im Handgepäck mitgenommen werden sollte, da das normale Gepäck nicht ausreichend versichert ist. Ich bin öfter in Richtung Nordeuropa unterwegs und da fliege ich oft mit SAS. SAS sagt klar: „Drohne in das Aufgabe-Gepäck, Akkus in das Handgepäck“. Und rein bezügl. der Sicherheit betrachtet, macht das auch Sinn. Denn theoretisch könnte ich eine Drohne im Flugzeug in Betrieb nehmen.

Wer wertvolles Gepäck hat, wo Stativ, Drohne und weiteres im Aufgabe-Gepäck sind, sollte ggf. eine zusätzliche Gepäckversicherung in Erwägung ziehen. Diese gibt es ab etwa 60 Euro/jährlich mit einem Versicherungwert bis 3.000 Euro. Günstiger ist es allerdings ganz allgemeine seine Kamera-Ausrüstung zu versichern. Dabei lassen sich auch Drohne oder hochwertiges Stativ versichern. Für etwa 100 Euro bekommt man schon ein „rund-um-Sorglos“ Paket. Dann ist die Ausrüstung nicht nur als Flug-Gepäck, sondern auch in anderen Situation versichert.

Kamera/Objektive

Klar, Kamera und Objektive transportiere ich im Handgepäck – so weit als möglich. Aber auch hier komme ich ggf. an die Grenzen des Volumens und dann muss eben die eine oder andere Linse in den Koffer…

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