Sony SEL 35mm f1.8

Wer mich kennt und schon eine Weile verfolgt weiß, dass ich ein Festbrennweiten-Fetischist bin. Zoom-Objektive sind immer ein Kompromiss. Entweder leidet die Lichtstärke, die Abbildungsqualität, das Bokeh oder das Gewicht. Und wenn man einmal die eigenen Bilder, die mit einem Zoom-Objektiv gemacht wurden, analysiert, dann wurden doch die meisten Bilder „am Anschlag“ gemacht. D.h. mit der kürzesten oder der längsten Brennweite. So geht es mir auf jeden Fall.

Was für die Festbrennweite spricht

Für die Festbrennweite spricht, dass diese in der Regel (bei gleicher Lichtstärke) günstiger und leichter ist. Ein gleichwertiges Zoom-Objektiv ist sicher schwerer und voluminöser.

Warum 35mm?

Die Brennweite 35mm ist am Vollformat das perfekte Objektiv für Reportagen. Klar, möchte man ein Gesicht recht formatfüllend abbilden, muss man schon recht nah gehen. Das geht sicher nur, wenn das mit dem Fotografen und der Person(en) abgestimmt ist. Aber das Bild drückt dann auch diese Nähe aus, die man mit einem 85mm (der typischen Portraitbrennweite) nicht ausdrücken könnte.

Nimmt man jedoch ein wenig Abstand, bekommt man sehr schnell die Umgebung / das Umfeld mit auf das Bild. Und gerade das, macht das 35mm zum typischen Reportage-Objektiv.

Aber auch für Landschaftsaufnahmen ist das 35mm ein Objektiv, das vom typischen Bildwinkel 50mm (was unserem natürlichen Sehen ziemlich entspricht) abweicht, aber noch nicht so extrem ist, wie ein richtiges Weitwinkel bzw. Ultra-Weitwinkel-Objektiv.

Mit ein Grund für mich von der Canon 5D auf Sony zu wechseln war das Gewicht. Abgesehen davon, dass der Body um einiges leichter ist, sind oft die Objektive für spiegellose Kameras kleiner, kompakter und leichter. Das liegt u.a. daran, dass nicht dieser Abstand für den Spiegel notwendig ist. Das spart schon ca. 15 mm Material und Gewicht.

2019 ist dann neu das Sony SEL35f18f erschienen. Mit nur 280 Gramm wiegt es an der Kombi der Sony A9 (oder auch A7) weniger als 1000 Gramm. Mit einer Länge von nur 7cm ist es auch recht kompakt.

Alternativen dazu wären das Sigma 35mm f1.4 Art (665 Gramm),  das Sony Zeiss 35mm f1.4 (665 Gramm) oder das Samyang 35mm f1.4 (735 Gramm). Nun ist es auch nicht ganz fair, eine 1.4 Offenblende mit einer 1.8 Offenblende zu vergleichen. Aber das sind nun mal die Alternativen.

Wie gesagt, hatte ich keine Lust mehr, mir solche „Gewichtsklötze“ ans Bein zu binden. Deshalb entschied ich mich schnell für das Sony 35mm f1.8. Manche kritisieren etwas das Bokeh des Sony SE35f18f. Ja, es ist vielleicht ein Tick „harscher“, als das Bokeh des Sigma oder des Samyang. Aber ich finde es noch ganz erträglich. Ich würde es fast vergleichen mit meinem Canon 100mm f2.8 macro.

In the city

Ich war Anfang November mit meiner Tochter in London und hier liebte ich das 35er einfach nur – klein, kompakt, unscheinbar. Ich hatte das Gefühl, mit einer kleinen „Knipse“ unterwegs zu sein. Die Lichtstärke von f1.8 zahlte sich natürlich in einigen Situationen aus.

Ausstattungen

Das Sony SEL35f18f ist überwiegend aus Metall gefertigt und hat einen Spritzwasser- und Staubschutz. Es hat einen Schalter für die Umschaltung von AF auf manuellen Fokus und eine Taste die Standardmäßig als Fokushaltetaste belegt ist (kann aber auch mit einer anderen Funktion belegt werden). Der Fokusring ist endlos aber mit Hilfe der Fokuslupe lässt sich der Fokus auch im manuellen Modus exakt einstellen.

Die Naheinstellgrenze liegt bei nur 22 cm – so lassen sich auch mal Pilze im Abbildungsmaßstab 1:3,9 abbilden (s. unten).

 

Die Anfälligkeit für Flares muss ich noch mal bei Sonnenlicht prüfen… Aber Blendensternchen kann es dann 9 Lamellen auch.

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