Die Tage wurde ich von einem Leser meines Blogs bezüglich der Bildersuche in Adobe Lightroom angeschrieben.
Aufgrund eines älteren Blog-Beitrags von 2016 hatte er wohl meine Seite gefunden. Doch trotz des Beitrags war es für ihn unklar, wie er Bilder wieder findet. Aufgrund dessen fiel er in das alte Muster Dateiordner in Windows entsprechend zu benennen und versuchte so seine Bilder zu organisieren.
Dass dies zum Scheitern verurteilt ist, habe ich (wenn ich mich richtig erinnere) schon einmal irgendwo erwähnt. Aber nach dem Durchlesen meines damaligen Blog-Beitrags fällt mir selbst auf, dass ich damals den Schwerpunkt auf die Stichwörter gelegt hatte, aber vielleicht nicht ausreichend beschrieben haben wieso, weshalb warum und wie man dann die Filter in Adobe Lightroom verwenden kann, um Bilder zu finden.
Deshalb heute dieser Blog-Beitrag. Ich skizziere zuerst einmal den schlechten Fall zu dem sich viele Menschen verführen lassen. Im allerschlechtesten Fall versuchen sie ihre Fotos unter dem Windows Standardordner „Bilder“ ihre Bilder zu organisieren. Da wird z.B. ein Ordner mit dem Namen „Urlaub 2024“ oder „Fotoreise August 23“ oder noch schlimmer „Berge“ angelegt. So entstehen immer mehr Ordner und beim Importieren (Kopieren neuer Fotos auf die Festplatte) stellt sich die Frage wo diese neuen Fotos abgelegt werden sollen.
Eine solche Organisation der Fotos erschwert es unwahrscheinlich, Bilder wieder zu finden. Da war man z.B. in drei unterschiedlichen Jahren im Tessin und erinnert sich genau an ein Foto aus dem Valle Maggia aber weiß nicht mehr in welchem Jahr das war. Man möchte für einen runden Geburtstag oder eine Hochzeit einige Familienfotos zusammenstellen und sucht in unzähligen Ordnern nach Familienfotos. Lange Rede – kurzer Sinn…. Das funktioniert nicht. Und wer Adobe Lightroom nützt und so seine Fotos organisiert, versäumt es ein starkes Werkzeug zu verwenden.
In dem damaligen Blog-Beitrag habe ich ausführlich beschrieben, wie Stichwörter aussehen, wie sie hierarchisch organisiert werden, verwendet und zugeordnet werden können. Für mein System ist es enorm wichtig, während des Imports und beim Durchgehen der Fotos, diese mit Stichwörtern zu verschlagworten, um dann später den Nutzen daraus zu ziehen.
Die Organisation (Ablage) der Fotos, so wie ich das mache, ist auch wichtig für die spätere Archivierung bzw. Auslagerung auf andere Datenträger. Deshalb gehe ich hier speziell darauf ein.
Der Ablageort
Meine dringliche Empfehlung: Ignoriert in Windows den Ordner „Bilder“. Speichert dort höchstens Screenshots oder temporäre unwichtige Fotos. Ich gehe jetzt einmal von Windows Anwender aus. Egal ob ihr nur einen Festplatte C:/ oder auch noch eine Festplatte D:/ (oder eine eigene Partition für D:/) habt, legt euch dort einen eigenen Ordner „Fotos“ an.
Meine Organisation sieht so aus, dass ich jedes Jahr einen neuen „Jahresordner“ anlege. Also 2023, 2024 usw. Beim Importieren der Fotos von der Speicherkarte mit Adobe Lightroom wähle ich den entsprechenden Jahresordner aus. Adobe Lightroom erzeugt automatisch für jeden Tag des Aufnahmedatums ein Unterverzeichnis und kopiert die Fotos in dieses Unterverzeichnis.
Das sieht dann bei mir so aus:

Weshalb ich das so mache, darauf gehe ich später ein.
Stichwörter während des Imports
In Adobe Lightroom habt ihr schon beim Import der Fotos die Möglichkeit, den Fotos Stichwörter zu geben.

Auf der rechten Seite findet ihr den Abschnitt „Während des Importvorgangs anwenden“ und dort das Feld „Stichwörter“. Natürlich kann das nur allgemein sein, aber es ist ein erster möglicher Schritt.
Nach dem Import der Fotos könnt ihr die Fotos einzeln durchgehen und dann jedem einzelnen Foto Stichwörter hinzufügen. Je besser ihr das Foto mit Stichwörtern verschlagwortet, umso einfacher habt ihr es später einmal mit der Suche. Ich verweise deshalb noch einmal auf meinen älteren Beitrag, um euch eine Anregung zu geben. Z.B. habe ich eine Stichwortliste zum Thema „Stimmungen“. Darunter finden sich Schlagwörter wie „Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Gewitter, Nebel, Landschaft und Sterne,…“. Unter dem Stichwort „Familie“ habe ich die Namen von Familienmitgliedern (meine Frau, meine Kinder usw.). Falls ihr häufig Ereignisse fotografiert könnten diese sein wie „Hochzeit, Taufe, Geburtstag usw.“. Bei mir sind es u.a. auch Veranstaltungen wie „Landesgartenschau, Seenachtsfest, Interboot“. Ein Hinweis dazu: Die Jahreszahl könnt ihr euch als Stichwort sparen – weshalb, dazu komme ich gleich wenn es um die Suche geht.
Bilder suchen
Nun kommen wir zum eigentlichen Causus knacksus – der Suche. Und dabei gleich dazu, weshalb ihr euch die Jahreszahl als Stichwort sparen könnt.

Links seht ihr meine Ablagestruktur unter der Festplatte D:/ ich habe das Jahr 2019 ausgewählt. Oben im Bibliotheksfilter habe ich neben Text „Stichwörter“ ausgewählt und ganz rechts die Stichwörter „Sonnenuntergang, Bodensee“. Nun werden mir alle Fotos aus dem Jahr 2019 angezeigt, die das Stichwort „Bodensee“ und „Sonnenuntergang“ haben. Hätte ich oben das Laufwerk D:/ ausgewählt, würde es mir alle Fotos mit diesen Stichwörtern aus den Jahren 2018 bis 2024 anzeigen. Deshalb ist es nicht notwendig, das Jahr als Stichwort zu führen wenn ihr so die Fotos organisiert.
Genau so würdet ihr wahrscheinlich in Google nach einer Internetseite bzw. nach einem Rezept suchen. Beim Stichwort „Rezept“ komme ich gleich auf einen Nachteil bzw. eine fehlende Möglichkeit der Suche. Vor kurzem suchte ich in Google nach einem Rezept für Tortelloni mit Riccotta-Füllung. Also tippte ich in die Suche „Tortelloni Rezept Riccottta“. Als Ergebnis bekommt man viele Rezepte für Tortelloni mit Spinat-Riccotta Füllung. Ich wollte jedoch ein Rezept ohne Spinat. In Google kann man nun einfach „-Spinat“ (minus Spinat) eingeben und erhält nur Ergebnisse, in denen das Wort „Spinat“ nicht vorkommt.

Zwischen dem Feld „Text“, wo „Stichwörter“ gewählt werden kann, und dem Feld in dem die Stichwörter gewählt werden können gibt es Optionen wie „Enthalten“, „Enthalten alle“ und eben auch „Ohne“. Aber leider gibt es nicht die Möglichkeit wie oben bei Google beschrieben eine Und-Verknüpfung mit dem Ausschluss einer oder mehrerer Stichwörter zu kombinieren.
Die Option „Enthält alle“ ist wohl die typische Abfrage, die man verwenden wird. Das ist die typische „Und-Verknüpfung“ (Bodensee und Sonnenuntergang). „Enthält Wörter“ könntet ihr z.B. nützen, falls ihr ein Fotobuch für Oma und Opa machen möchtet und alle Fotos sehen möchtet, auf denen Oma oder Opa zu sehen ist.
Weshalb einen Ordner für jedes Jahr anlege
Zum Ende möchte ich darauf eingehen, weshalb ich für jedes Jahr einen neuen Ordner anlege. Irgendwann kommt man vielleicht an die Grenze der Kapazität der Festplatte. Dann stellt sich die Frage: „was tun?“. Ich verschiebe einfach einen kompletten Ordner eines Jahres auf eine externe Festplatte (in meinem Fall ein NAS). Das NAS ist bei mir einfach über das Netzwerk mit dem Computer verbunden und ist bei mir das Laufwerk Z:/. Der Zugriff über das NAS ist etwas langsamer als über die interne Festplatte. Es ist eine Art von Archiv.
Wenn ich ein Foto suche, muss ich ggf. zweimal suchen: Einmal auf der internen Festplatte und ein zweites Mal auf dem NAS.
Schlampern – die eigene Nachlässigkeit
Der Beitrag erweckt den Eindruck, das ich perfekt organisiert wäre. Nein, ist nicht so. Ich ertappe mich auch selbst immer wieder dabei, Fotos nicht oder nicht ausreichend verschlagwortet zu haben. Dann suche ich in den Tiefen der Ordner und finde irgendwann das Foto, das ich suchte. Doch dann gehe ich gleich das Verzeichnis durch und ergänze die Fotos um die Schlagwörter. Nachbessern ist enorm wichtig. Gerade auch wenn man zu Beginn nicht genügend Schlagwörter definiert hat und im Laufe der Durchsicht der Fotos bemerkt, das ein bestimmtes Schlagwort sinnvoll wäre. Dann muss man ggf. noch einmal die Verzeichnisse durchgehen und ergänzen. Das ist manchmal mühsame Fleißarbeit. Der Nutzen stellt sich dann ein, wenn ihr ein bestimmtes Fot sucht.
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This article offers practical advice on photo organization using folders and keywords in Adobe Lightroom, making it easier to find old family photos. The step-by-step guide is helpful for anyone looking to streamline their digital photo collection.
Herrlich, diese Suche nach dem perfekten System! Jeder hat ja seine eigene, einzigartige Methode – von den chaotischen Windows Bilder-Ordner-Haufen bis hin zu den genialen, strukturierten Lightroom-Ordnern. Manchmal erinnert das an das Suchen nach dem Schlüssel im Keller, der ja selbst dort nicht mehr ist. Bei mir landen die Fotos irgendwo zwischen dem Papierkorb und einer externen Platte, die so alt ist, dass sie vielleicht schon von einem anderen dimensionsübergreifenden Wesen genutzt wird. Aber Stichwörter? Ja, unbedingt, besonders wenn man dann bei Sonne doch nur Sonnencreme findet. Und das mit demNAS – toll, bis man dann die schnelle interne Suche vermisst. Ach ja, und die eigene Nachlässigkeit? Ja, da ertappt man sich auch, wenn man statt Stichwörtern nur Wow! schreibt.
Hallo Thomas,
vielen Dank für diesen wunderbar praxisnahen Artikel zur Bildorganisation in Lightroom! Du sprichst mir aus der Seele: Die klassische Ordnerstruktur nach Namen wie „Urlaub 2024“ stößt einfach extrem schnell an ihre Grenzen, sobald man ein spezifisches Motiv über mehrere Jahre hinweg sucht.
Dein System mit den datumsbasierten Unterordnern innerhalb von Jahresordnern ist logisch und vor allem zukunftssicher, besonders wenn es um das Auslagern auf ein NAS geht. Aber der wahre „Gamechanger“ ist, wie du sagst, die konsequente Verschlagwortung. Es ist zwar oft Fleißarbeit, aber der Moment, in dem man mit zwei Klicks alle „Sonnenuntergänge am Bodensee“ aus fünf Jahren findet, entschädigt für alles.
Besonders sympathisch finde ich dein Eingeständnis, dass auch du mal „schlamperst“. Das Nachpflegen von Stichwörtern gehört wohl zum Workflow eines jeden Fotografen dazu.
Ein toller Guide, der Anfängern hilft, von Anfang an die richtigen Weichen zu stellen, und Fortgeschrittene daran erinnert, mal wieder ihre Stichwortliste zu pflegen!
Beste Grüße
Marc