Meine Backup Lösung

Im letzten Beitrag hatte ich schon etwas über redundante Datenhaltung mittels gespiegelter Festplatten (Raid) und Datensicherung geschrieben. Wir dort schon geschrieben, stellen weder RAID noch NAS für sich alleine eine Backup-Lösung dar.

Backup (Datensicherung) ist Kopieren der Daten auf einen separaten, unabhängigen Datenträger mit dem Zweck bei Datenverlust die Daten wiederherstellen zu können. Daher ist eine RAID-Lösung für sich kein Backup (die Datenträger sind voneinander abhängig). Löscht man die Datei ist sie auch auf der gespiegelten Festplatte gelöscht. Siehe auch mein Beispiel im vorhergenden Beitrag.

Die einfachste Form der Datensicherung wäre, dass man die Daten immer auf einen zweiten Datenträger kopiert. Das ist zum einen nicht komfortabel und zum anderen würde man damit immer nur einen bestimmten Zeitpunkt sichern (oder eine Unmenge an Festplatten sammeln). Eine Datensicherung sollte jedoch im besten Fall jeden Zeitpunkt einer Datensituation wieder herstellen können.

Backup Methoden

Um die Datensicherung zu beschleunigen und die Datenmenge übersichtlich zu halten, gibt es daher verschiedene Datensicherungsmethoden.

Vollständige Datensicherung (Speicherabbild-Sicherung)

Die vollständige Datensicherung sichert alle Daten so wie sie sind in einer Backup-Datei. Diese Sicherung hat die längste Laufzeit und den größten Speicherbedarf. Eine vollständige Datensicherung ist immer Ausgangspunkt einer nachfolgenden inkrementellen oder differenziellen Datensicherung.

Inkrementelle Datensicherung

Bei der inkrementellen Datensicherung werden immer nur die Datenteile gesichert, die sich seit dem letzten vollständigen Backup bzw. der letzten inkrementellen Datensicherung verändert haben. Daher ist dies auch die schnellste Form der Sicherung mti dem geringsten Speicherplatzbedarf für die Sicherung.

Differenzielle Datensicherung

Hier werden immer alle Daten gesichert, die sich seit der letzten vollständigen Sicherung geändert haben. D.h. mit zunehmenden zeitlichen Abstand der letzten vollständigen Sicherung wird diese zunehmend mehr Zeit und Speicher benötigen.

Die Grafik oben zeigt die Unterschiede zwischen inkrementellem und differenziellem Backup. Der Nachteil des inkrementellen Backups ist, dass dies immer auf dem letzten Backup aufsetzt. Bei einer Wiederherstellung muss man ggf. die Daten aus mehreren Sicherungen zusammen suchen. Der Vorteil ist der geringe Speicherbedarf, da immer nur die Daten gesichert werden, die sich seit dem letzten Backup verändert haben.

Backup Strategie

Es gibt unterschiedliche Backup Strategien wie „First in – First out“ oder das „Generationenprinzip“. Ich verlinke mal zu einem Beitrag, wo das erklärt ist. Man kann natürlich auch unterschiedliche Strategien fahren z.B. für die Festplatte mit Betriebssystem bzw. Software und für die Festplatte (oder Partition) auf der die Bilder gespeichert sind.

Bei der Strategie, die ihr einmal auf einem Blatt Papier ausarbeiteten solltet, solltet ihr folgende Fragen stellen und beantworten:

  • Was?
  • Wann (Intervall, Ereignis)?
  • Wo?

Beispiel:

Festplatte C (Betriebssystem und Software)

  • Vollständige Datensicherung (einmal am Anfang und einmal jährlich)
  • Einmal monatlich inkrementelles Backup bzw. nach Software-Installation
  • Vollständige Sicherung auf CD/DVD und externe Festplatte
  • Backup auf externe Festplatte

Festplatte D (Fotos)

  • Vollständige Datensicherung (einmal am Anfang und einmal jährlich)
  • Einmal wöchentlich bzw. jedes Mal, nachdem wichtige Bilder hinzugekommen sind differeenzielles Backup
  • Vollständige Sicherung auf externe Festplatte und Ablage in der Cloud
  • Wöchentliches Backup auf externe Festplatte

Backup Medium

Unternehmen, die große Datenmengen relativ schnell sichern müssen, verwendeten in der Vergangenheit in der Regel Bandlaufwerke. Bandlaufwerke der aktuellen Generation 7 liegen bei 1.500 bis 5.000 Euro. Ein Band mit 6 TB Kapazität liegt bei etwa 100 Euro.

Allerdings hat sich der Markt etwas verschoben: Zunehmend werden Festplatten als Backup-Medium verwendet. So habe ich mich auch für dieses Medium entschieden.

Am Computer hängt eine Inateck Dockingstation in die man 3.5 Zoll oder 2.5 Zoll Festplatten stecken kann. Die Festplatten selbst werden in diesen Schutzboxen von ORICO gelagert. Die Dockingstation könnte man auch direkt an ein externes NAS hängen, falls man da die Bilder ablegt.

Cloud

Es gibt heute einige gute Möglichkeiten Daten zusätzlich(!) in der Cloud abzulegen. Eine ist z.B. Amazon Prime wo man für 49 Euro im Jahr beliebig viele Bilder (auch RAW Dateien) ablegen kann. Allerdings sollte man dann eine Upstream Geschwindigkeit von mind. 5 MB/s haben.

Backup-Programm

Für das Backup selbst verwende ich EaseUS und zwar die Version Backup Workstation. Hier kann man Zeitpunkte oder auch Ereignisse für die Datensicherung einstellen. Z.B. „jeden Montag“ oder „nach dem Einschalten“. Außerdem unterstützt EaseUS auch das Backup in eine Cloud. EaseUS ist relativ günstig (es gibt sogar eine kostenlose Version) und man wird nicht zu Upgrades gezwungen (wie z.B. bei Acronis).

Archivierung

Nach einer bestimmten Zeit benötigt man vielleicht bestimmte Daten nicht mehr im Zugriff. D.h. sie können archiviert werden. Von der Festplatte bzw. dem NAS werden die Daten gelöscht. Davor werden sie auf einen externen Datenträger (Festplatte, CD, DVD) kopiert. Auch hier sollte man überlegen, wie wichtig die Daten noch sind. Ggf. sollte man also auch das Archiv dann wieder redundant (doppelt) vorhalten.

Wer beim Thema Datensicherung ganz sicher gehen möchte, sollte die Datenträger außerhalb der Wohnung lagern. Sonst sind bei einem Brand oder ähnlichem Unglück vielleicht alle Bilder weg.


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