Finde deinen eigenen Fotospot

Im aktuellen Newsletter habe ich etwas über die Influencer auf Instagram, 500px, Flickr und die Auswirkungen auf die bekannten Fotospots geschrieben.

Mehrere tausend „Herzchen“ und Kommentare wie „mein nächstes Ziel“ sind nicht ungewöhnlich für Spots wie den Pragser Wildsee, Schloss Neuschwanstein, die Rakotzbrücke oder Burg Eltz.

Ich kenne einen Fotografen aus der Schweiz, der ständig diesen Spots hinterher läuft und mal eben aus der Schweiz die 750 Kilometer (ein Weg) am Wochenende zur Rakotzbrücke fährt, nur um das Foto zu machen. Entschuldigt, wenn ich es so klar schreibe: Aber solche Menschen haben einfach nur einen Hirnschaden. Abgesehen von der Unnötigkeit, das 5.000 Foto von diesem Spot zu machen, ist es ökologisch betrachtet ziemlich Gaga.

Es gibt noch so viele andere schöne Motive und viele davon liegen praktisch vor der Haustüre. Klar, diese zu finden bedarf dann etwas mehr Aufwand, als auf Instagram bestimmten Personen zu folgen.

Wie ich meine Spots finde

Natürlich sehe ich auch in verschiedenen Facebook-Gruppen das eine oder andere Bild. Und da sind auch oft die typischen Top-Spots dabei. Es ist extrem selten, dass ich solchen Strömungen folge. Und wenn, dann ist das oft nach hinten geschoben und ich schaue dann einfach, wie es sich mit einer Fototour ergeben könnte. So z.B. mit dem Matterhorn und der Milchstrasse. Ich war früher kletternd extrem viel in den Alpen unterwegs und mein Herz hängt einfach immer noch an den Bergen.

Nachdem ich das Klettern vor etwa 15 Jahren aufgegeben habe, freue ich mich heute daran die Berge zu sehen. Und so wollte ich eben auch einmal das Matterhorn sehen und natürlich auch fotografieren. Ich habe es dann mit einem Bekannten zusammen mit einer mehrtägigen Tour verbunden, wo wir noch an anderen Spots unterwegs waren. Die weiteren Spots hatte ich mir gesucht.

Wasser als Motiv

Eine meiner Leidenschaften sind Gewässer. Ob ein kleiner See, ein Wasserfall oder ein Bach, Fluß oder eine Pfütze. Daher suche ich oft einfach Seen oder Bachläufe, die sich als Motiv anbieten könnten. Dabei nütze ich oft topografische Karten. Z.B. findet man die topografischen Karten der Schweiz auch online. Als ich z.B. ein paar Tage in den Alpen und hier speziell in der Region Gotthard plante, fielen mir die Seen am Gotthardpass auf. Ich dachte mir dann so, dass sich diese doch schön auf einer Wanderung kombinieren lassen und sicher ein schönes Motiv abgeben. Und so war es dann auch.

Mit der Zeit lernt man auch die Karten „zu lesen“: Also Höhenlinien zu interpretieren. Daraus kann man sehen, in welche Richtung man überhaupt einen freien Blick hat oder ob ein Hügel den Blick auf einen Berg verdeckt, den man gerne in das Motiv einbeziehen möchte.

So war es auch bei der Langzeitbelichtung, die ich am Grimselpass gemacht habe. Ich wusste schon nach meiner Planung zu Hause, von wo sich überhaupt ein Blick auf die Passstraße bieten könnte.

Auch Fluß- oder Bachläufe lassen sich so gut beurteilen. Wasserfälle sind oft auf den topografischen Karten eingezeichnet bzw. kann anhand der Höhenlinien beurteilt werden, ob es an der Stelle interessant sein könnte. Dann schaue ich natürlich auch, wie zugänglich die Stelle ist. D.h. ich schaue nach Wanderwegen. Auf vielen topografischen Karten, wie z.B. der von Baden-Württemberg, sind teilweise auch Aussichtspunkte eingezeichnet. Die Karte von Baden-Württemberg gibt es kostenlos als App für Android und iOS.

Ein anderes Tool ist Google Maps. Hier kann man sich auch Bilder anzeigen lassen, die an einem Ort gemacht wurden. Das sind in der Regel keine herausragenden Fotografien, aber zeigen einen Eindruck von einem bestimmten Ort.

Auf diese Art und Weise lande ich oft an Spots, an denen ich vollkommen alleine bin.

Den Spot für sich behalten

Man muss nicht immer dazu schreiben, wo das Foto aufgenommen wurde, wenn man es dann auf Instagram, Facebook oder 500px zeigt. Es finden sich auch andere Bildtitel als der Ort. Mir ist das z.B. im DSLR-Forum aufgefallen, dass immer mehr Fotografen dazu übergehen, nicht zu sagen, wo das Foto genau aufgenommen wurde.

Ich finde die Suche nach einem Spot auch sehr spannend. Ich finde es eher langweilig, wenn die Koordinaten exakt beschrieben werden wie die Uhrzeit, verwendete Brennweite und Blende. Wo bleibt dabei das Erlebnis etwas zu entdecken? Wo bleibt die Kreativität?

Wie geht ihr die Planung von Reisen an und wie findet ihr Eure Spots? Schreibt doch mal etwas in den Kommentaren dazu.

 

3 Gedanken zu “Finde deinen eigenen Fotospot”

  1. Geht mir ähnlich, die hot spots meide ich auch, höchstens vielleicht mal am späten Abend oder früh, es ist viel spannender, selbst was zu entdecken…

  2. Dein Zitat: „Ich kenne einen Fotografen aus der Schweiz, der ständig diesen Spots hinterher läuft und mal eben aus der Schweiz die 750 Kilometer (ein Weg) am Wochenende zur Rakotzbrücke fährt, nur um das Foto zu machen. Entschuldigt, wenn ich es so klar schreibe: Aber solche Menschen haben einfach nur einen Hirnschaden. Abgesehen von der Unnötigkeit, das 5.000 Foto von diesem Spot zu machen, ist es ökologisch betrachtet ziemlich Gaga.“

    Ich kenne diesen Fotografen aus der Schweiz auch und weiss, dass er zusammen mit seiner Frau eine Woche Urlaub in der Region gemacht hat und wenn ich selber x Hunderte Kilometer aus Deutschland in die Schweiz oder sonstwohin unternehme um ein Foto zu schiessen, würde ich etwas aufpassen damit anderen Menschen einen Hirnschaden zu unterstellen, es gibt zudem Menschen, die tatsächlich sowas haben und dafür nichts können. Wie frustriert muss man sein, dass man es nötig hat öffentlich andere so zu beleidigen? Braucht keine Antwort, die Frage war rhetorisch!

    Such dir ein anderes Hobby, als auf einem Blog andere Menschen übelst zu beleidigen! Wenn du depressive Problem hast (ich schrieb: wenn!), gibt es professionellere Hilfe dafür! Armesliges Verhalten deinerseits!

    Da du diesen Beitra ja sowieso nicht stehen lassen wirst, wirst du ihn hoffentlich wenigstens lesen können!

    • Hallo XY,
      Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Die Kommentar-Funktion von WordPress funktioniert etwas anders: Per E-Mail werde ich über Kommentare informiert und ich kann diese dann freigeben oder ablehnen.
      Du kennst ihn oder du bist es selbst? Ich habe hier keine Person konkret beschrieben – es könnten tausende sein. Daher habe ich auch keine bestimmte Person persönlich beleidigt. In meinem Beitrag steht diese imaginäre Person exemplarisch für viele andere, die sich über Fotos und Youtube-Beiträge zu ihren Reisen profilieren. Und damit hast du auch die Message des Blog-Beitrags wohl überhaupt nicht zur Kenntnis genommen: Viele reisen den Influencern hinterher, um auch das gleiche Bild zu machen. Und die Person, die ich hier erwähnte (in Frage gestellt, ob wir die gleiche meinen) hat ja auch sein „Vorbild“ bekannt aus Youtube und verhält sich eben so wie beschrieben.
      Ja, ich habe es etwas „derb“ ausgedrückt – und trotzdem stehe ich dazu. Wer hunderte von Kilometer alleine mit einem Pkw fährt, um ein bestimmtes Foto zu machen, der hat einen an der Klatsche. Ein spezielles Bedürfnis der Selbstwahrnehmung. Und gerade in der heutigen Zeit, wo durch Aktionen wie Friday for Future wirklich dem letzten Mohikaner klar sein sollte, wie CO2 produziert wird, verstehe ich eben solche Aktionen nicht und kritisiere sie auch offen.
      Im Gegensatz zu dir, kaschiere ich nicht meine IP Adresse, um meine Identität zu verbergen. Ich agiere hier mit meinem Namen und stehe zu meiner Meinung persönlich. Armselig ist eher dein Versuch, aus der Anonymität heraus mich zu beleidigen.
      Nebenbei: Ich fotografiere nicht zum Hobby, sondern beruflich. Und wie du siehst, habe ich (im Gegensatz zu dir) den Arsch deinen armen Kommentar öffentlich zu stellen.
      P.S. Musste den Beitrag etwas editieren, da du meine E-Mail Adresse, meinen Namen und meine Web-Adresse als Ersteller verwendet hast (wie arm….)

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