Supermond oder Suppenmond?

Da musste ich doch mal kurz lachen – Am 27. September ist wieder Vollmond und Formate wie Galileo (Pro7) oder andere hatten ganz reißerisch geschrieben:

Am 27. September kommt er: der Supermond

Natürlich alle (Hobby-) Fotografen heiß machend, eine Nachtschicht einlegen zu müssen… (noch einmal lachen 🙂 )

Also legen wir mal Zahlen auf den Tisch: Der Mond hat einen Durchmesser von etwa 3.746 Kilometer. Wie die Erde um die Sonne so kreist auch der Mond auf einer eliptischen Bahn um die Erde. D.h. mal ist er der Erde etwas näher und mal etwas weiter entfernt. Im Maximum ist der Mond etwa 406.000 Kilometer von der Erde entfernt. Auf der eliptischen Bahn ist die geringste Entfernung etwa 356.000 Kilometer d.h. die mittlere Entfernung beträgt etwa 384.000 Kilometer – so groß ist der Unterschied also nicht (13%).

Was das nun mit dem Supermond auf sich hat? Nun, ist der Mond einerseits am erdnächsten Punkt und trifft dies gerade auch auf den Vollmond dann soll man den „Supermond“ sehen (wieder „lach“).

O.k. – um zu erklären, weshalb ich lache, setze ich die Zahlen einfach einmal in eine Relation.

Vielleicht habt ihr einen Fußball oder kennt jemand, der einen Fußball hat. Dann nehmt mal den Fußball (Durchmesser ca. 22cm) und stellt ihn in eine Entfernung von ca. 24,30 Meter auf. Das ist in der Relation des Durchmesser dann der mittlere Abstand des Mondes. Und nun macht mal ein Foto mit einer Brennweite von 50mm. Und? Ganz schön klein – der „Mond“.

Mond mit 200mm
Der Mond mit 200mm Brennweite am Vollformat

Und jetzt kommt der Supermond…. Verkürzt den Abstand auf 21,15 Meter. Das ist jetzt in der Relation der Abstand, den der Mond am 27. September hat. Und macht noch mal ein Foto mit 50mm Brennweite. Na, hat es „klick“ gemacht? Lacht ihr jetzt auch?

Der Unterschied wird sich, wenn ihr ein Foto macht, praktisch nicht sichbar auswirken.

Hier mal die gleiche Aufnahme in Photoshop künstlich 13% vergrössert
Hier mal die gleiche Aufnahme in Photoshop künstlich 13% vergrössert

Wenn ihr so tolle Bilder machen wollt, wie sie in den reißerischen Beiträgen gezeigt werden, hilft nur Brennweite, Brennweite, Brennweite. 500mm Brennweite ist fast das Minimum, um solche Bilder zu machen. Und selbst dann müsst ihr wahrscheinlich einen Ausschnitt wählen.

Supermond
Supermond – Spaß, das Bild ist in Photoshop aus zwei Aufnahmen erstellt

Der springende Punkt ist bei dieser starken Brennweite, den Mond dann auch noch in einer Relation zu setzen. Am besten ein Objekt im Vordergrund. Das kann eine Kapelle, ein Baum, oder die Silhouette einer Bergkette sein.

Solche Bilder wie oben, sind der Traum vieler Fotografen. Hier habe ich einfach in Photoshop zwei Aufnahmen kombiniert. Aber theoretisch könnte man so eine Aufnahme mit einem starken Teleobjektiv machen.

Wichtig ist dabei auch zu wissen, um wieviel Uhr der Mond aufgeht, wo er aufgeht und wieviel Grad er um welche Uhrzeit über den Horizont stehen wird.

In einem meiner letzten Video-Tutorials hatte ich die App SunSurveyor vorgestellt und gezeigt, wie ich diese für die Reisevorbereitung nütze. Auch den Mondverlauf und alle Details dazu könnt ihr euch mit dieser App einblenden. Ich werde dann die Tage noch ein Video mit einem Fußball in meinem Youtube-Kanal laden, um euch das in der Praxis zu zeigen.

Mond mit 600 mm Brennweite am Vollformat unbeschnitten
Mond mit 600 mm Brennweite am Vollformat unbeschnitten

P.S. Übrigens: Am 27. Oktober ist dann wieder Vollmond. Da beträgt der Abstand zur Erde etwa 359.000 Kilometer. Also gerade mal knapp 3.000 Kilometer mehr, als im September – also wieder Supermond 🙂 *lach*

Und falls ihr mal echt tolle Bilder sehen und euch wirklich auf solche Bilder vorbereiten möchtet, dann empfehle ich euch die Blog-Beiträge von Phillipp Schmidli. Übrigens: Die Bilder von Phillipp entstanden mit 1200 Millimeter Brennweite am Vollformat!

Ich habe dann selbst auch ein solches Projekt mit zwei Mountain-Bikern geplant. Verwendet habe ich 600mm mit 1.4x Konverter – also effektiv 840 mm Brennweite. Hier geht’s zum Beitrag.

 

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