Schneller Griff zur Kamera

Schon als ich noch die Pentax K-5 hatte, hatte ich Mühe mit dem normalen Kameragurt, der der Kamera beiliegt. Irgendwie richtig bequem tragen, kann man damit die Kamera nicht. Bei mir ist es ja auch manchmal so, dass ich die Kamera relativ schnell griffbereit haben möchte. Dazu kommt, dass ich sehr unterschiedlich unterwegs bin. Mal in der Landschaft (also mit dem Schwerpunkt Landschaftsfotografie), dann allgemein Natur (vielleicht läuft ein Tier vor die Linse), in den Bergen (mit einem 15 kg Rucksack auf dem Rücken) oder in der Stadt (und auch hier unterschiedlich). Dann kommt noch mein gewerblicher Bereich, wo ich als Hochzeitsfotograf ca. zehn Einsätze im Jahr habe.

Fakt ist – mit dem normalen Gurt, der einer Kamera beiliegt, wird man nicht wirklich glücklich. Egal welche der oben genannten Varianten. Vielleicht kann man noch in der Stadt, wie die üblichen Touris, die Kamera vor den Bierbauch hängen – richtig schick ist das nicht…. 🙂 (und bequem sowieso nicht….)

Erste Versuche

Als ich noch die Pentax K-5 hatte, habe ich einen ersten Versuch mit dem Gurt von OP/TECH gemacht. Die üblichen Schultergurte wie Sun-Snipper u.a. haben einen Nachteil: Das Lösen der Kamera vom Gurt ist sehr aufwändig bzw. die Kombination mit einer Stativplatte ist nicht gegeben. Der OP/Tech Utility Strap hat so eine Verbindung, die man (wenn die Stativpatte das ermöglicht) mit Stativplatte verwenden kann.

Als ich vor drei Jahren in Dänemark war, hatte ich dies das erste Mal getestet. Der Tragekomfort mit einem solchen Gurt ist wesentlich besser. Man kann trotzdem problemlos einen Rucksack tragen. Die Kamera baumelt immer griffbereit an der Seite des Körpers.

Am Parkplatz geschah dann das Missgeschick: Ich wollte den Hüftgurt vom Rucksack aufclipsen und löste versehentlich den Clip der Kamera – die Kamera flog 1,5 Meter auf den Boden und ein Objektiv war Totalschaden 🙁 Der OP/TECH wurde dann entsorgt…

Was beim OP/TECH im ersten Moment komfortabel aussieht (die Clipse) ist eine große Gefahrenquelle.

Nächste Kamera

An der Canon 5D Mark III nützte ich dann auch erst einmal den beigelegten Gurt. Für die Berge hatte ich ich inzwischen eine Lösung gefunden: Mit der Kameratasche Lowepro Toploader Zoom 50 II in der Kombination mit dem Lowepro Topload Chest Harness trage ich die Kamera mit einem Zoom-Objektiv vor der Brust. Auch im Gelände, in dem man einmal die Hände benützen muss, bleibt so das Sichtfeld auf die Beine (Füsse) frei. Trotzdem habe ich die Kamera schnell zur Hand und kann spontan ein Bild machen. Weitere Objektive habe ich im Rucksack. Auf der Kamera habe ich dann das 24 – 105 mm – das passt für viele Situationen.

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Mit dem Lowepro Toploader in Kombination mit dem Harness trage ich die Kamera in den Bergen sicher und griffbereit vor der Brust.

Next Step….

In Hinblick auf einen Städtetripp (Venedig), befasste ich mich wieder einmal mit dem Thema „Kameragurt“ – zudem ich ja noch immer den Standard-Gurt hatte bzw. jetzt eigentlich gar keinen mehr. Denn für Hochzeiten habe ich mir einen Holdfast Money Maker gegönnt – kein billiges Vergnügen…. Aber das Teil sieht edel aus, trägt sich total bequem und ist sehr wertig verarbeitet. Außerdem kann bei diesen Karabinern nicht „aus Versehen“ die Kamera auf den Boden plumpsen. Bei Hochzeiten habe ich eben zwei Kameras parallel im Einsatz – in der Stadt sicher nicht.

Im DSLR-Forum hatte ich schon seit Jahren immer wieder vom Kameragurt von HuGu gelesen. HuGu (Hubert) fotografiert selbst und hat sich aus der Praxis des Themas angenommen. Entstanden ist ein vielseitig kombinierbares System von Schultergurten. Inzwischen hat er, eben auch aus der Anforderung der Landschaftsfotografen, verschiedene Lösungen, einen solchen Schultergurt mit einer Stativplatte zu kombinieren. Ich verwende eine Arca-Swiss-kompatible Stativplatte von Kirk, die an der rechten Seite eine Befestigungsöse hat. Auch hierfür hat Hubert eine spezielle Lösung.

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Eine Variante, die Kirk Stativplatte mit dem HuGu Gurt zu kombinieren.

Der Schultergurt trägt sich sehr bequem. Durch eine zusätzliche Schlaufe unter der Schulter wird er auch so fixiert, dass der Schultergurt nicht verutscht, wenn die Kamera nach oben genommen wird (auch das hat mich am OP/TECH gestört). Der Gurt „sitzt“ dann am Körper. Polster sind einfach unnötig. Wichtiger ist eine breite Auflagefläche, um das Gewicht zu verteilen. Hat man eine Vollformatkamera und vielleicht noch ein 70 – 200 mm/2.8 dann hat man schnell mal drei Kilogramm da hängen. Auch dies ist beim HuGu gut gelöst.

Bei einem Schultergurt wie dem HuGu hängt die Kamera griffbereit an der Seite
Bei einem Schultergurt wie dem HuGu hängt die Kamera griffbereit an der Seite

Für die, die keine Stativplatte haben, gibt es von Hubert natürlich die „normale“ Schraube wie man sie bei den anderen Herstellern bekommt. Die Verbindung erfolgt dann mit einem kleinen Schraubkarabiner – ein versehentliches Lösen, wie ich es beim OP/TECH erlebt habe, ist somit ausgeschlossen.

Fazit

Meine derzeitige Lösung sieht so aus:

  • Für Hochzeiten der Hold Fast Money Maker (wegen zwei Kameras)
  • In den Bergen den Lowepro Toploader mit Harness
  • In kombinierten Situationen (Stadt, Natur, Familie) der HuGu

Schultergurte (egal welcher) haben eben den Nachteil, dass die Kamera nach vorne rutscht, wenn man sich bückt. Gerade in den Bergen, in Situationen in denen man gebückt die Hände zu Hilfe nimmt (kletternd), ist ein freies Sichtfeld auf die Beine/Füsse enorm wichtig!

Leider kann ich Euch zum HuGu keine Internetseite verlinken, da er keine hat. Am besten meldet ihr euch im DSLR-Forum an und sendet ihm eine PN – ihr findet ihn dort unter dem Usernamen „hubier“. Was mir beim HuGu besonders gefällt: Man bekommt nicht einfach ein Produkt von der Stange. Hubert ist sehr kommunikativ und nimmt die Konstellation (Kamera, Stativplatte) auf und gibt Vorschläge.

Beim Schultergurt, wie dem HuGu, ist die Kamera sofort griffbereit.
Beim Schultergurt, wie dem HuGu, ist die Kamera sofort griffbereit.

Wer zwei Kameras gleichzeitig in der Art tragen möchte, findet bei HuGu natürlich auch eine Lösung. Nur ist mir die nicht „schick“ genug – sorry, Hubert 😉

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