Into the wild

Vor kurzem habe ich einen Film gesehen, der mich sehr beeindruckt hat. Eigentlich kam ich über absoluten Zufall auf diesen Film. Irgendwo hörte ich einen Song „Into the wild“. Dann googelte ich nach dem Song und kam auf den Film.

Vorab: Zum Weiterlesen empfehle ich euch parallel diese Musik (nicht irritieren lassen – nach 2:45 kommt eine Pause).

Eine bewegende Geschichte… Ein junger Mann bricht aus von zu Hause (da gleicht sich die Geschichte auch etwas mit meinem Leben). Er ist frustriert und enttäuscht von dem, was seine Eltern gelebt haben. Für sein Studium hat er, von der Hochschule, eine beträchtliche Summe übrig. Diese spendet er einer wohltätigen Organisation. Dann macht er sich auf, mit einem Rucksack, das Land und die Menschen zu erkunden. Den Kontakt zu seinen Eltern und seiner Schwester bricht er vollkommen ab.

Australien Südküste
Australien – Südküste

Sein Traum ist es, im Norden (in Alaska) eine Zeit alleine – vollkommen alleine – fernab von jeglicher Zivilisation zu leben. Sich von dem zu ernähren, was die Natur bietet.

Nach einer Zeit wird ihm ein Satz bewusst, den ihn ein älterer Mann mit auf den Weg gegeben hat. Er möchte eigentlich zurück zu seiner Familie. Doch jetzt ist durch Hochwasser der Rückweg abgeschnitten. Da ihm kein Wild mehr zum Schiessen über den Weg läuft, sammelt er Beeren und schaut sonst, was essbar ist. Dabei verwechselt er eine essbare Pflanze mit einer giftigen. Er stirbt. Trapper finden ihn ca. zwei Wochen nach seinem Tod in dem alten Bus, der ihm als Unterkunft über die Zeit diente. Das ganze beruht auf einer wahren Geschichte.

Ausbrechen

Mir gefiel auch der Titelsong „into the wild“ von Eddie Vedder ganz gut. Unter einem Kommentar auf Youtube habe ich gelesen: „I had my „into the wild“….“.

Da überlegte ich… Wann hatte ich mein „into the wild“? Ich denke ich hatte einige davon. Mein eindrücklichstes war jedoch eine sechstägige Tour auf den Mount Kosciuszko durch das Outback Australiens – ganz alleine. In einem Treckingführer hatte ich zu Hause von dieser Tour gelesen. Sie wurde zwar als gefährlich eingestuft (vor allem wegen Gewitter), aber genau das wollte ich erleben.

Man muss dazu wissen, dass es in Australien keine „Wanderwege“ gibt. Die Tour orientierte sich über weite Strecken an sogenannten „Firetrails“ – das sind Fahrwege, die angelegt wurden, um schnell an Brände zu gelangen, falls es zu einem Buschbrand kommt. Verrottete Schilder, zugewachsene Wege waren dann die Realität.

Manchmal müssen wir ausbrechen – unsere Grenzen erfahren. Gerade an den Grenzen entstehen ganz besondere Bilder. Wer aus dem Auto das Seitenfenster herunterkurbelt und die Kamera raus hält, wird nie besondere Bilder machen. Und ein anderer Gedanke: Fotografieren wir, um auszubrechen oder brechen wir aus, um zu fotografieren? Oder dokumentieren wir mit unseren Bildern gar nur das Erlebnis?

Bei meinem Erlebnis in Australien war es sicher das Letzere. Bei anderen Erlebnissen bin ich mir selbst nicht so sicher.

Sternstrichspuren Richtung Norden
Eine Nacht alleine auf dem Hohen Kasten

Wildnis ist überall

Um ein solches Erlebnis zu haben, muss man nicht nach Australien fliegen. Die Erlebnisse liegen direkt vor der Türe. In den Schweizer Alpen, in den Abruzzen, in den Pyrenäen oder sonst wo…

Ich denke dabei an Nächte alleine auf einem Berggipfel, um Fotos von der Landschaft mit Sternenhimmel zu machen. An Touren alleine abseits von Wegen durch wilde Tobel. Diese Erlebnisse möchte ich nicht missen – wie früher beim Klettern spüre ich dabei das Leben am Intensivsten…

Schon als Kind „brach“ ich aus – Nächte alleine am Mägdeberg in einer provisorischen Hütte aus Ästen in einem einfachen Schlafsack und andere Erlebnisse sind in Erinnerung. Erinnerungen, die ich nicht missen möchte.

Wann hattet ihr euer „into the wild“? Ich freue mich auf eure Kommentare und Berichte.

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