Frühling im Alpstein

Der Alpstein ist, für mich am Bodensee, die nächstgelegene Gebirgsgruppe. Früher war ich hier häufig zum Klettern unterwegs. Als Wanderziel kenne ich den Gräppelensee und die Lütispitze oberhalb davon schon lange. Jetzt betrachte ich diese Landschaft mit dem fotografischen Blick.

Sonnenstrahlen nach dem Gewitter

Schon seit Monaten hatte ich die Idee, den See bei Nacht mit dem Sternenhimmel aufzunehmen. Vielleicht sogar mit Frühlingskrokussen. Wenn der Schnee schmilzt, blühen diese nur ganz kurze Zeit. Der Vorteil: Man muss einfach nur ein paar hundert Höhenmeter höher, falls sie unten schon verblüht sind.

Doch dieses Frühjahr war wirklich „zum Mäuse melken“. Regen, kalt, dann wieder Schnee und wenn mal ein schöner Tag gewesen wäre, dann ging es aus anderen Gründen nicht.

Jetzt, Mitte Juni, sollte es endlich einmal klappen. Natürlich hatte ich die Hoffnung auf Frühlingskrokusse schon aufgegeben. Aber dafür kommen dann ja andere schöne Blüten zum Vorschein.

Kurze Zeit vorher versuchte ich mit einem Bekannten den Termin abzustimmen. Es kam, wie es kommen musste: er hatte keine Zeit. Und auch ein anderer Bekannter musste mir absagen. So blieb mir wieder einmal nichts anderes, als alleine los zu ziehen.

Zugegeben, mit dem Auto war ich schon eine Weile nicht mehr in der Ecke des Alpsteins. Ich hatte in Erinnerung, dass man zum See fahren könnte. Zu Hause hatte ich mir noch schön die Strecke ausgemalt. Doch 300 Höhenmeter unterhalb vom See, beim Parkplatz Laui, machte ein Schild unmissverständlich klar, dass hier die Fahrt endet. Und die Schweizer spassen nicht.

Zu diesem ersten Schlag kam gleich ein Donnerschlag mit Platzregen hinterher. Dunkle Wolken hatten ja angedeutet, dass da etwas in der Luft lag. Also noch mal im Auto sitzen, warten und nachdenken. Dank mobilem Internet konnte ich noch etwas recherchieren und fand noch eine andere Möglichkeit, mit der ich mir immerhin 200 Höhenmeter sparen konnte. Wäre es nur das Wandergeraffel, wäre es ja nicht so schlimm. Aber: Stativ, Kamera, drei Objektive, astronomische Nachführung, Zelt, Iso-Matte, Schlafsack, etwas Essen und Trinken,…

Gegen 21 Uhr schulterte ich den Rucksack und wanderte zum See. Mit dem Rucksack habe ich meine Zeit gebraucht. Ich erwischte noch den Rest von der blauen Stunde als das Mondlicht gerade hinter einer Wolke verschwand. „Sch…., dachte ich“. Ich konnte gerade noch zwei, drei Aufnahmen mit Sternenhimmel machen, bevor wieder Wolken den Himmel bedeckten.

Wolken ziehen den Vorhang zu und verdecken den Blick auf den Sternenhimmel
Wolken ziehen den Vorhang zu und verdecken den Blick auf den Sternenhimmel

Nach zwei Aufnahmen baute ich das Zelt auf – da es sowieso gerade bewölkt war. Dann wieder eine Wolkenlücke. Beim Rumhüpfen in der sumpfigen Wiese holte ich mir dann noch eine Zerrung im Oberschenkel.

Ich hoffte, dass es in der Nacht aufklart. Aber auch diese Hoffnung war umsonst. Am Morgen war es immer noch bewölkt. Trotzdem konnte ich noch ein paar schöne Stimmungen einfangen. Um 05:30 Uhr wurden die Kühe mit lauten Gejohle zur Milchabgabe gerufen und ich konnte noch einen Blick auf den Orchideenbestand um mich werfen. Jedenfalls bin ich nicht das letzte Mal hier gewesen – die Location hat was.

Eine Bildergalerie mit weiteren Bildern gibt es hier.

Kühe auf dem Weg zur Arbeit - Milch abgeben um 5:30 Uhr
Kühe auf dem Weg zur Arbeit – Milch abgeben um 5:30 Uhr

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