Filter 84dot5 in der Praxis

Ich hatte ja schon vor einiger Zeit einen Blog-Beitrag zum Filter-Hersteller 84dot5 geschrieben. Was noch ausstand, war der Blog-Beitrag zum Praxis-Test. Wie geschrieben hatte ich mir vorerst nur einen 0.9 Hardedge (also harter Verlauf) gekauft. Ein direkter Vergleich war/ist insofern nicht ganz einfach da ich ansonsten zuletzt häufig die Lee-Filter verwendete. Hier habe ich einen 0.6 SE und 0.6 HE.

Jedenfalls habe ich jetzt den Filter von 84dot5 einige Male eingesetzt und auch einige Mal Vergleichsbilder mit dem Lee 0.6 HE gemacht.

Wie im ersten Blog-Beitrag geschrieben, hat der Filter von 84dot5 auch einen leichten Magentastich. Allerdings nicht so stark, wie die Verlaufsfilter von Formatt-Hitech. Hier muss ich anmerken, dass Formatt-Hitech inzwischen aber zwei Serien bietet: Die Standard-Serie (die wohl meinen Filter entspricht) und neu die „Firecrest“ Serie. Diese soll, soweit ich es gehört habe, qualitativ besser sein als die Standard-Serie. Allerdings kostet dort dann ein Verlaufsfilter auch ca. 85 Euro.

Doch zurück zu 84dot5: Der leichte Magentastich fiel vor allem bei Aufnahmen zur goldenen Stunde auf. Allerdings fand ich diesen jetzt nicht so störend. Ggf. kann man ja in Lightroom bei der Entwicklung auch mit einem digitalen Verlaufsfilter den Weißabgleich anpassen.

Lee 0.6 HE bei Sonnenschein
Lee 0.6 HE bei Sonnenschein

Bei Tageslicht fällt der Farbstich praktisch fast nicht auf. Ich musste natürlich die Aufnahme, die ich mit dem Lee-Filter gemacht habe, ein klein wenig in der Entwicklung anpassen, damit der Eindruck nahezu identisch ist. Aber am Weißabgleich wurde nichts verändert.

Obwohl der Weißabgleich bei beiden Aufnahmen identisch ist, wirkt das Blau im Himmel beim Lee Filter etwas „satter“. Aber das ist letztendlich Geschmacksache.

Bei beiden Filtern bekam ich einen leichten Flare im Himmel. Beim Lee Filter ist dieser deutlicher sichtbar, da in dem Moment keine Wolke dort war.

84dot5 0.9 HE bei Sonnenschein
84dot5 0.9 HE bei Sonnenschein

Bei der folgenden Aufnahme fehlt mir eine Vergleichsaufnahme. Aber auch hier erkennt man keinen „unangenehmen“ Farbstich.

84dot5 0.9 HE Sonnenuntergang
84dot5 0.9 HE Sonnenuntergang

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Filter von 84dot5 sind also durchaus positiv und er darf erst einmal in meiner Filtertasche bleiben 🙂

Weitere Vergleichsbilder werde ich hier anfügen, so wie sie entstehen.

Update 02.02.2016

Inzwischen verfolgen sehr viele meinen Blog gerade auch wegen meiner Tests der unterschiedlichen Hersteller von Graufiltern und Grauverlaufsfiltern. Auch erhalte ich zahlreiche e-Mails mit Fragen. Deshalb hier einmal eine Rückmeldung, die ich per e-Mail erhalten habe:

Hallo Thomas,

ich habe mir auf Deinen Rat hin einen Grauverlaufs-Filter 0.6 hardedge (84,5mm breit, 100mm lang) bei 84.5 gekauft für 20 € + 4 € Versand, dazu einen P-Filterhalter (Plastik) von Cokin plus Adapterring 72mm (Metall) für mein Objektiv mit dem größten Einschraub-Durchmesser: Sigma 17-70. Alles passt zusammen.

Der nutzbare Verstellweg für unterschiedliche Positionen des Übergangs (edge) reicht im Hochformat von oben gerechnet ca. von 1/3 bis 4/5, bevor die Ränder sichtbar sind; im Querformat von 0 bis 1, also über die gesamte Höhe. Wem das im Hochformat nicht reicht, nehme die Ausführung mit 150mm Länge (36 € bei 84.5).

Mit meiner Nikon D5500 + Sigma gibt es bei 17mm Brennweite keine sichtbare Vignettierung, obwohl der Halter 3 Einschübe hat – ich kann sogar noch einen Slimfilter dazwischen schrauben. Für mehr Weitwinkel gibt es von Cokin und bei 84.5 auch Halter mit nur einem Einschub. Wer also keine Vollformat-Kamera und kein Super-Weitwinkel hat bzw. evtl. später zu kaufen beabsichtigt, kann zum P-System greifen und spart so einiges Geld. Evtl. bieten die „besseren“ Hersteller nur Filter mit 100mm Breite (Z-System).

In einigen Probeaufnahmen (bewölkter, also grauer Himmel) konnte ich keinerlei Farbstich erkennen. 84.5 schreibt auf seiner Webseite, dass bei Kombination von 2 oder mehr Filtern dieser Effekt sichtbar wird. Der Übergang (edge) ist im Foto mit Blende 11 und 17mm Brennweite selbst bei unruhiger Horizontlinie noch sanft genug. Also war hardedge die bessere Wahl als softedge. Selbst bei Objekten, die weit in den Himmel ragen, sieht man die Kante nicht, weil ja der Vordergrund generell dunkler als der Himmel ist. Ich denke, da ist der hardedge sogar im Vorteil, weil der Übergang ja relativ rasch erfolgt.

Schwierig finde ich (selbst mit eingeblendeten Gitterlinien) im Sucher die waagerechte Position einzuhalten. Ich stelle diese von „außen“ ein, beim Schieben des Filters verdreht sich der Halter aber zu leicht. Man muss Daumen und Mittelfinger genau auf die Mitte von Halter bzw. Filterrand positionieren (mit 150mm langem Filter nicht machbar), und am besten trotzdem nach dem Schieben erneut von „außen“ kontrollieren.

Anbei ein Foto mit Blende 11 und Brennweite 17mm mit zusätzlich eingeschraubtem UV-Filter slim; der Übergang ist genau in Bildmitte. An der weißen Hauswand links erkennt man den Übergang.

Grüße

Wolfgang

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